DDR und Deutschland Heute


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07. Januar 2004 (aus dem Internet)

Kufperhofprozess

Ex-Kupferhof-Chef verurteilt
Untreue: Peter V. und seine Frau Helene F. richteten Schaden von 200 000 Euro an.

Deutliche Urteile im Kupferhofprozess. Der ehemalige Leiter des "Verwaltungsseminars" und seine ehemalige Sekretärin und heutige Ehefrau wurden zu Bewährungsstrafen rechtskräftig verurteilt: Elf Monate für Peter V. (62) und sechs Monate für Helene F. (68) wegen Untreue, beziehungsweise Beihilfe zur Untreue in besonders schwerem Fall. Der Grund: Die beiden, die bisher nicht vorbestraft waren, haben einen besonders hohen finanziellen Schaden angerichtet. Das nächste Verfahren ist eingereicht: Es geht um 200 000 Euro Schadenersatz.

Jahrelang hat das Paar im Verein Kupferhof, einer Weiterbildungseinrichtung unter anderem für Beamte, sich unglaubliche Mengen von Geld zugeschanzt. Peter V. hatte als Vorstandsmitglied in den 80er-Jahren die ehemalige Sekretärin bei der freiwilligen Feuerwehr zur Geschäftsführerin gemacht, obwohl er selber im Wesentlichen die Geschäfte führte. Mehr noch: Peter V. bewilligte Helene F. ein 1a-Gehalt und jeden Monat eine so absurd hohe Zahl von Überstunden, dass sie auf ein Gehalt von bis zu 14 000 Mark monatlich kam. Das Ganze war nicht aufgefallen, weil Peter V. bis zu seiner Pensionierung sowohl im Vorstand des Vereins als auch als Oberamtsrat im Personalamt tätig war. Das Personalamt stellt den Lehrbetrieb des Kupferhofs sicher.

Die Beschuldigten, die sich von dem Geld jährlich mehrere Weltreisen gönnten, hatten kurz vor dem Prozess geheiratet. Die Machenschaften waren nur deshalb aufgefallen, weil Helene F. ein Chaos an Belegen hinterlassen hatte, als sie im Jahr 2000 in den Ruhestand ging.

Vieles konnte im Prozess nicht geklärt werden. So wurden Akten im Kupferhof gestohlen, und die Personalakte von Helene F. "ging verloren, als sie von einer Behörde zur nächsten unterwegs war", wie Peter V. aussagte. Beide, die vor Gericht alles abstritten, werden sich nun in einem Zivilprozess verantworten. Der Kupferhof stellt Schadenersatzforderungen von 200 000 Euro. In diesem Prozess ist auch Renate V. - die Ex-Ehefrau von Peter V. - angeklagt, weil sie vom Kupferhof ein Gehalt bezogen haben soll, ohne dort je gearbeitet zu haben. Peter V. erwartet auch ein Disziplinarverfahren des Personalamts . reba

erschienen am 7. Jan 2004 in Hamburg

Kupferhof: Staatsanwältin fordert 18 Monate Haft

Im Kupferhofprozess hat die Staatsanwaltschaft für den Hauptangeklagten eine Strafe von anderthalb Jahren und für die Mitbeschuldigte neun Monate auf Bewährung gefordert. Es liege ein schwerer Fall von Untreue und Beihilfe dazu vor, weil ein großer finanzieller Schaden entstanden sei.

Angeklagt sind der ehemalige Leiter des "Verwaltungsseminars Kupferhof", Peter V. (62), und seine frisch angetraute Helene F. (68), die ehemalige Geschäftsführerin in der Weiterbildungseinrichtung für Beamte.

Peter V. habe seiner damaligen Lebenspartnerin Ende der 90er-Jahre einen Spitzenverdienst von monatlich bis zu 14 000 Mark zugeschanzt, obwohl alles dafür spreche, dass er der eigentliche Geschäftsführer war. V. war sowohl im Vorstand des Vereins Kupferhof als auch Oberamtsrat im Personalamt, das den Lehrbetrieb im Kupferhof sicherstellt.

Die Überstunden, die Helene F. über Jahre leistete und die ihr einen monatlichen Verdienst von 4000 bis 5000 Mark bescherten, wertete die Staatsanwaltschaft als dauerhaften Verstoß gegen den Tarifvertrag.

Staatsanwältin Dr. Stefanie Diettrich kritisierte auch die Praxis der Zusammenarbeit von Amt und Verein: "Ich halte die Verknüpfungen auch jetzt noch für mehr als unglücklich." Der Prozess wird fortgesetzt. reba

erschienen am 6. Dez 2003 in Hamburg

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Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisiert am 29.01.04
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