DDR und Deutschland Heute


 



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Gründe - Aus dem Urteil des Bezirksgerichts Dresden 1984 gegen Rolf Schälike

Aussagen des Zeugen Pötzsch

Der Zeuge Pötzsch lernte den Angeklagten Ende 1981, Anfang 1982 beim Zeugen Pohl kennen. Pohl hatte Pötzsch darauf hingewiesen, daß der Angeklagte interessiert wäre. Der Angeklagte erzählte über sein Leben und teilte dem Zeugen mit, daß er die vom Zeugen Pötzsch verfaßten und in kirchliche Veranstaltung gesungenen Lieder kenne. Als Maßstab galten für Pötzsch die Lieder von Biermann. Vom Inhalt her drückten sie die Unzufriedenheit mit der gesellschaftlichen Entwicklung in der DDR aus. Als der Zeuge im September 1982 zur Abteilung K bestellt und ihm klärgemacht worden war, sein öffentliches Auftreten zu unterlassen, akzeptierte er dies. Gleichzeitig distanzierte er sich vom Angeklagten, da dieser auf den Zeugen einen negativen Einfluß ausübte. Da der Angeklagte zuvor stark an dem Zeugen Pötzsch interessiert war, da dieser seine Unzufriedenheit über die gesellschaftliche Entwicklung zum Ausdruck gebracht hatte, übergab er dem Zeugen die Schriften “Archipel Gulag”, “Die Revolution entläßt ihre Kinder” und “Ein Traum, der nicht entführbar ist. Mein Weg zwischen Ost und West”. Zum Inhalt erklärte der Zeuge, daß die Bücher mit den Interessen der DDR und der anderen sozialistischen Staaten nicht vereinbar sind. Da der Zeuge wegen seiner Liedertätigkeit aus der Partei ausgeschlossen worden war, riet der Angeklagte ihm zur Bezirksleitung der SED und zur Staatssicherheit zu gehen. Nach Meinung des Angeklagten sollte der Zeuge Pötzsch versuchen, mit seinen Liedern in staatlichen Einrichtungen und in Kirchen aufzutreten, um sie zu verbreiten. Der Zeuge sollte jede Möglichkeit nutzen, um aufzutreten und Öffentlichkeit zu haben.

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Dieses Dokument wurde zuletzt aktualisiert am 05.11.03.
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